Yoga vor und während der Schwangerschaft

Wie Du Yoga für dich vor und während der Schwangerschaft nutzen kannst.

Yoga vor und während der Schwangerschaft

 

Ich habe Lisa Kauff zum Thema Schwangerschaftsyoga sowie Rückbildungsyoga interviewt. Noch mehr Tipps gibt es in Folge 029 des „The Good Karma Club“.

Warum sollten Frauen während der Schwangerschaft oder danach Yoga praktizieren?

Lisa Kauff: Im Leben einer Frau gibt es kaum eine so unglaublich bewegende und spannende aber auch herausfordernde Zeit wie die Schwangerschaft. Die Welt steht Kopf, nicht nur körperlich, sondern eben auch mental und emotional. Plötzlich ist man nicht mehr alleine, in dir wächst ein kleines Wesen. Gleichzeitig fühlt sich der Körper schon direkt ab dem ersten Moment der Schwangerschaft völlig anders an. Yoga während der Schwangerschaft – also bis zum Moment der Geburt – ist total sinnvoll. Gerade im ersten und zweiten Trimester unterstützt uns Schwangerschaftsyoga dabei, Kraft im Rücken und Rumpf aufzubauen sowie den Beckenboden zu trainieren. Das hilft dir bei der Geburtsvorbereitung, gleichzeitig mobilisierst du deinen gesamten Körper und hast weniger Rückenprobleme. Gerade im dritten Trimester, wenn weniger Luft bekommst, kannst du durch das Yoga dir mehr Raum schaffen. Schwangerschaftsyoga kann dich vor allen auch auf die Geburt durch die tiefe Bauchatmung sowie die verbesserte Körperwahrnehmung vorbereiten. Ebenso erlernst du Kraft und Beweglichkeit im Yoga und auch dies kann dich bei der Geburt unterstützen, denn dieses Ereignis ist oftmals kein Sprint, sondern eher ein Marathon.

Ich bekomme ganz oft von Frauen gespiegelt, dass es sie unglaublich in ihrer bestärkt in ihre Kraft, das Wissen um den eigenen Körper und das tiefe Vertrauen zu sich selbst.

Wie kann uns Yoga nach der Geburt unterstützten?

Lisa Kauff: Ich glaube kaum eine Frau konnte sich vorher wirklich vorstellen wie sich der Körper nach Geburt anfühlen würde. Das Baby ist auf der Welt und der Körper ist ein anderer. Plötzlich spürst du diese Schwäche im Beckenboden. Das nimmt dir erstmal die Bodenhaftung und Stabilität. Der Körper hat großartige Selbstheilungskräfte und einen Großteil der Rückbildung macht er tatsächlich von alleine. Er macht es dann von alleine, wenn wir größtmöglich unterstützen, indem wir ihn möglichst wenig aufrecht halten und uns wirklich die Zeit im Wochenbett nehmen. Sechs Wochen lang nach der Geburt einfach möglichst viel liegen und ruhen und dann ganz sanft durch leichtes aktives Training den Beckenboden stabilisieren.

Zusätzlich die Atmung, die uns hilft die Bewegung des Beckenbodens noch besser zu verinnerlichen. Diese unterstützt uns zusätzlich im Alltag bei uns zu bleiben, jetzt wo nach der Geburt das Leben einmal auf den Kopf gestellt wurde. Es wichtig sich kleine Auszeiten mit Yoga zu schenken, mal komplett loszulassen.

Wie schaffe ich mir Raum für mich nach der Geburt meines Kindes?

Lisa Kauff: Wie sagt man so schön? Es braucht ein Dorf, um ein Kind groß werden zu lassen. Ich kann einfach nur empfehlen von Beginn rechtzeitig um Unterstützung zu bitten. Hilfe bei den eigenen Eltern, Geschwistern, Freunden und natürlich der Partner (wenn es einen gibt). Für das Rückbildungsyoga benötigst du keine 60 Minuten. 10 bis 15 Minuten täglich oder mehrmals die Woche kannst du dir gut einrichten. Das Baby liegt nebendran, oder bei manchen Übungen kannst du dir dein Baby auch auf den Bauch legen.

Wie hat dir persönlich Yoga in deinen beiden Schwangerschaften geholfen?

Beide Schwangerschaften waren ganz unterschiedlich und ich durfte jeweils andere Bedürfnisse stillen.

In der ersten Schwangerschaft hat mich eine ganz ruhige Yogapraxis unterstützt, wobei ich in den ersten Monat vor lauter Übelkeit nicht viel machen konnte. in meiner zweiten Schwangerschaft habe ich mich sehr in meiner Kraft gefühlt und so hat sich eben auch meine Yogapraxis angepasst. Und tatsächlich habe ich jeweils in beiden Schwangerschaften noch am Tag der Geburt Yoga morgens gemacht.

 

Was ist denn besonders dienlich für Geist und Körper während der Schwangerschaft und was sind totale NoGos?

Egal ob im ersten oder im dritten Trimester, die sanfte Mobilisierung der Wirbelsäule und Seitneigungen Sinn immer gut. Raum schaffen, sich lang machen und dann tief in den Bauch hinein atmen. Eine gute Idee ist es immer, sich mit den Signalen des Körpers zu verbinden. Also mache dir vielleicht nicht direkt ein Yoga-Video an, sondern setze dich auf die Matte verbinde dich mit dir und schau, was dein Körper heute braucht.
Es gibt so 2-3 Dinge, die man nicht tun sollte in der Schwangerschaft: intensive Rotation, gerade aus der Rückenlage ausstehen sowie Atempausen. Und grundsätzlich gilt immer: Höre darauf, was dein Körper dir zeigt oder sagt.

Über Lisa Kauff:

Lisa Kauff Monkey YogaSie ist zweifache Mama und Yogalehrerin. Während der Pandemie und ihrer zweiten Schwangerschaft begann sie, Yoga Videos für Schwangere und frisch gebackene Mamas zu drehen. 

Durch ihre eigenen Erfahrungen und vielfältigen Ausbildungen begleitet Lisa Mamis über ihren YouTube Kanal und ihre eigenen Online-Kurse. Und über 13.000 Frauen nutzen bereits ihre YouTube Videos, um sich auf die Schwangerschaft vorzubereiten oder Rückbildungsyoga zu nutzen. 

https://www.monkeyyoga.de/

Du möchtest noch mehr Tipps und Gedanken zu Yoga während und nach der Schwangerschaft hören? Dann hör in diese Folge des „The Good Karma Club“ rein: